Zwei Tage hier, einen Tag dort

In den letzten Tagen haben wir uns nur langsam bewegt. Zwei Tag hier, einen Tag dort verbracht. Entweder weil zu viel Wind oder ein Tag voller Regen war. So haben wir zwar weniger Schären besucht als geplant, aber dafür endlich mal Zeit ohne Ende gehabt.

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Napoleonsviken: Blick vom Felsen auf die Bucht

Wir haben uns langsam herangetastet. Die Bucht Napoleonsviken war so geschützt, dass wir bei den angesagtem Wind lieber gleich noch einen Tag geblieben sind. Nach zwei Tagen in derselben Bucht wurde es uns aber zu bunt. Starkwind war angesagt, in der Bucht pendelte der Wind zwischen 0 bis 6 Knoten und das Wasser gab sich fast spiegelglatt. Also raus. Schließlich war auch bei den anderen Schiffen ein permanentes Kommen und Gehen.

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Napoleonsviken: Rotlichtszene

Bereits beim Verlassen der Bucht bekamen wir die Quittung. Eine Böe mit 18kn heulte in der geschützten Zufahrt über uns hinweg. Draußen erwarteten uns deutliche Wellen und bis zu 30kn in Böen. Immerhin von hinten. Wir hatten uns bewusst ein Ziel ausgesucht, zu dem wir nicht gegen den Wind ankreuzen mussten.

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Grönskärsfladen: Sonnenuntergang am Ankerplatz

Die Zufahrt in die Bucht Grönskärsfladen war zwar etwas kompliziert, aber dank der Detailkarte machbar. Dort lagen bereits einige Boote vor Anker. Ein Platz für uns war noch frei. Zur Abwechslung mal schwojend vor Buganker. Die Bucht war nicht annähernd so gut geschützt wie Napoleonsviken. Wellen gab es zwar keine, aber der Wind pfiff doch sehr über uns hinweg.

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Söderö: Asgard in der Inselwelt versteckt

Als nächstes Ziel wollten wir nach Biskopsön. Dort soll es sehr schön sein. Allerdings liegt die Bucht nicht ganz günstig zur Windrichtung. Wir haben es probiert, abgebrochen, nochmal probiert und sind dann doch weiter nach Söderö. Dort haben wir einen guten Platz an einer Schäre gefunden. Wieder sehr geschützt gegen Wellen, nur den Wind bekommen wir gut mit. Und weil es uns dort so gefiel, sind wir gleich eine zweite Nacht dageblieben. Endlich mal wieder ganz allein. Schön wars, und unser Dinghi war auch mal wieder im Einsatz.

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Söderö: Dinghiausflug am Abend

Biskopsön hatten wir noch nicht ganz aufgegeben. Als der Wind dreht und weniger wird, probierten wir es erneut. Und siehe da, es klappte hervorragend. Die Bucht und die Insel sind wirklich schön, aber wiederum auch nicht so besonders, dass wir dafür einen wunderschönen Segeltag opfern würden. Zumal sich die Bucht dann zum Abend hin deutlich füllte.

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Biskopsön: Ausblick aus dem Wald

Nach nur einer Nacht segeln wir bei perfektem Wind weiter. Wir müssen zwar kreuzen, aber es ist endlich mal weniger Wind und das Segeln macht einfach nur Spaß. An unserem ursprünglichen Ziel segeln wir vorbei und landen am Ende des Tages auf Utö. Bereits von weitem sehen wir unzählige Masten aus dem Hafen ragen.

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Biskopsön: Entspannung

Etwas irritiert kurven wir durch den übervollen Hafen auf der Suche nach einem Platz. Als ein Motorboot ablegt sehen wir unsere Chance und quetschen uns in die entstandene Lücke. Es ist Samstag. Das Wetter ist super. Utö ist ein beliebtes Ziel. Um uns herum wetteifern die verschiedenen Motorboote um die lauteste Beschallung der Umgebung. Nach Tagen in der Einsamkeit gefällt uns der Trubel. Irgendwann weht dann aus der Kneipe noch Livemusik zu uns herüber. Wir genießen den Abend.

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Utö: Abendessen im Cockpit

Sonntag ist das Wetter nicht mehr super. Innerhalb des Vormittags leert sich der Hafen fast vollständig. Einige wenige Boote kommen, die Vielzahl fährt. Wochenende vorbei. Den ganzen Tag lang regnet es immer wieder. Mal mehr, mal weniger, kurze Phasen der Trockenheit bevor der nächste Schauer kommt. Immer wieder geistern Nebelschwaden durch den Hafen. Wir wechseln das Motoröl, tauschen den Ölfilter, lesen Bücher und wärmen uns in der Sauna auf. Nach den Tagen an den Schären genießen wir die Hafenannehmlichkeiten.

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Utö: Nebel und Regen am nächsten Morgen

Irgendwann entscheiden wir uns einfach da zu bleiben. Zwei Tage hier, einen Tag dort. Wir haben unseren Rythmus gefunden. So langsam steigt unser Vertrauen in die Asgard auch vor Anker. Sei es Bug- oder Heckanker, wir trauen uns inzwischen auch bei mehr Wind eine Nacht an geschützten Orten zu verbringen. Es muss nicht immer der Hafen sein. Teilweise lagen wir in den Naturbuchten ruhiger als in so manchem Hafen. Und jetzt in der Nachsaison haben wir auch fast immer die Möglichkeit die Plätze entprechend der Windrichtung auszuwählen.